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Christiane Tenbensel

Die Zeichen stehen auf Streik

98 Prozent der Mitarbeiter:innen in den Unikliniken in NRW haben sich für unbefristete Streiks ausgesprochen. Dabei geht es nicht um mehr Gehalt, sondern darum, eine Veränderung der unhaltbaren, gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen, besonders in der Pflege, durch einen  Tarifvertrag Entlastung zu erkämpfen. „Die Arbeitsbedingungen sind nicht nur in den Unikliniken für die Mitarbeiter:innen unerträglich, sondern es ist der aktuelle Standard in allen Krankenhäusern",  so Christiane Tenbensel, Mitglied im Landesvorstand NRW, selbst Fachkrankenschwester für  Intensivpflege und Mitglied im Dortmunder Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit (ASAG).

Auf Grund der Arbeitsbelastungen müssen viele zwangsläufig die Stunden reduzieren. Dies führt dann zu noch weniger Geld. Doch die Pflegekräfte nehmen dies in Kauf, um die Arbeit überhaupt bewältigen zu können, ohne dabei selbst krank zu werden. Viele steigen ganz aus und suchen sich andere Arbeitsfelder. Die Probleme sind vielfältig. Keine verbindlichen Dienstpläne, Holen aus dem Frei, zu wenig Personal für zu viele Patienten. Eine Belastung die auch für die Patient:innen in den Kliniken gefährlich ist. Dabei könnte es doch so einfach sein. Denn Pflegekräfte lieben vielfach ihren Beruf und würden wieder in die alte Arbeit zurückkehren oder auch die Stunden aufstocken. Dazu müssen allerdings die Bedingungen stimmen.

Aktuelle Zahlen des Instituts für Arbeit und Technik, sowie der Hans-Böckler-Stiftung belegen ein großes Potenzial. Denn gut 60% der aus dem Beruf ausgeschiedenen Pflegekräfte wären bereit zurückzukommen.

Deshalb fordert die LINKE 

  1. eine bedarfsgerechte Personalbemessung
  2. angemessene Bezahlung
  3. verbindliche Dienstpläne
  4. einhalten der ungestörten Pausen
  5. Bezahlung von Fort- und Weiterbildung

„Neben diesen Forderungen ist aber auch die Wertschätzung von Vorgesetzten und ärztlichen Kolleg:innen wichtig",  so Tenbensel.  „Und ein erfolgreicher Arbeitskampf um bessere Arbeitsbedingungen könnte letztendlich dazu beitragen, dass sich viele der aufgrund der miesen Arbeitsbedingungen ausgeschiedenen Pflegekräfte für den Wiedereinstieg in ihren Beruf entscheiden. 

Die LINKE NRW ist solidarisch mit den Streikenden und fordert die Landesregierung auf umgehend für Entlastung zu sorgen."