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Feuchtgebiet im Ostholz. Foto: BUND

UPDATE - Spaziergang im Ostholz – zu Zwergtauchern, Fledermäusen und Baumfalken

„Das ist hier ja ein wunderschöner Teil von Dortmund“. Andreas Heidrich war begeistert. Der Aplerbecker, der am vergangenen Samstag mit Hund und zwei Nachbarn an der Exkursion ins Wickeder Ostholz teilgenommen hatte, staunte nicht schlecht. „Diese Ecke kannte ich noch nicht. Hier ist es ja wunderschön.“

Volker Heimel vom BUND und die Ratsfraktion DIE LINKE+ hatten am 14. Mai zu einer Exkursion in das Wickeder Naturschutzgebiet „Ostholz“ eingeladen. Dieses ist vor allem dadurch bekannt geworden, weil hier einige Politiker die Umgehungsstraße OWIIIa, die bislang in Asseln endet, weiterbauen möchten. Doch wie wertvoll und vielfältig die Natur in diesem Bereich ist, konnten sich die rund 20 Teilnehmer im Süden des Wickeder Ostholzes und am Rand des Pleckenbrinksees am Zweihauser Wald selbst ansehen.

Zeigte sich im Wald eine Wegrand-Vegetation aus Wald-Segge, Blutampfer und Tauber Trespe, so dominierte südlich des Ostholzes ein ausgedehnter Weiden-Sumpf (Salicetum albo-fragilis) mit integrierten Pflanzengesellschaften wie Wasserlinsendecke (Lemnetum) und Wasser-Lebermoos (Riccietum fluitantis). Letzteres ist in Dortmund inzwischen selten geworden.

Zwischen Wald und Siedlung ist ein neuer Graben angelegt worden, der die angrenzenden Gärten offensichtlich bei Starkregen entlasten soll. „Dies stellt eine Verbesserung des dortigen Feuchtgebietes dar und erweitert die Nahrungsgrundlage der hier heimischen Fledermäuse, Amphibien und Libellen“, erläuterte Volker Heimel.

Im Bereich des geschützten Landschaftsbestandteils Pleckenbrinksee wies Heimel auf die Roten Lichtnelken hin, zwischen denen Büsche des Rainfarns wachsen. Leuchtend gelb blüht am Seerand die Sumpf-Schwertlilie, während ein Schilf-Bestand dem Teichrohrsänger einen optimalen Brutplatz bietet. Seine Rufe erschallten, und im Hintergrund riefen Kleiner Wasserfrosch und Teichfrosch. Zwei  Graureiher flogen mit hängenden Flügeln vorbei, nebenan jagte der Turmfalke.

Auf dem Rückweg war es dann auch dämmerig genug, um den Fledermausflug beobachten zu können. Im Waldesinneren flogen Breitflügel-Fledermäuse, und am Waldrand gesellten sich Kleinabendsegler, Großer Abendsegler und Zwergfledermaus hinzu. Die Gattung der Mausohr-ähnlichen Arten konnte bei diesem Gang zwar nicht festgestellt werden. Dafür brachten im Wald Singdrosseln und Rotkehlchen den Spaziergängern ein Ständchen.

Für Andreas Heidrich steht fest: „Wir kommen wieder.“ Dazu wird er im Sommer Gelegenheit haben. Dann werden NABU und LINKE+ nochmals eine Exkursion im Ostholz anbieten, die dann allerdings ausschließlich auf die Fledermäuse beschränkt sein wird.

 

ANKÜNDIGUNG vom 12.05.2022

Alle Interessierten sind am kommenden Samstag, 14. Mai 2022, eingeladen zu einem geführten Spaziergang durchs Wickeder Naturschutzgebiet Ostholz. Gastgeber und „Wanderführer“ ist Volker Heimel vom Naturschutzbund (NABU). Unterstützt wird er von der Dortmunder Ratsfraktion DIE LINKE+.

„Ich habe eine kombinierte Exkursion vorbereitet. Wir werden einen Ausflug in die Botanik des Naturschutzgebietes machen und dort nicht nur Pflanzen, sondern hoffentlich auch viele Vögel, Fledermäuse und Amphibien sehen“, sagt Volker Heimel. Ziel sind der Ostholz-Wald, der Pleckenbrink-See und das kleine Feuchtgebiet südlich des Ostholzes.

Bei vergangenen Exkursionen konnten die Teilnehmenden Zwergfledermäuse, Große Abendsegler und die Rauhaut-Fledermaus sehen und hören.

Am kommenden Samstag hofft Volker Heimel auch, dass die Besucher einen Blick auf ein paar Zwergtaucher am Pleckenbrink-See werfen können. Im Vergleich zur Soester Börde ist Dortmund eine Zwergtaucher-Hochburg, was die kleinen Wasserburgen des Tauchers unterstreichen. Und: Am Pleckenbrink gibt es „weiße Schwäne; manche Schwanenküken sind weiß statt grau. Dies ist die „Immutabilis-Variante“ beim Höckerschwan.

Heimel: „Mit viel Glück können schon Baumfalken beobachtet werden, die Anfang Mai aus dem afrikanischen Winterquartier zurückkehren. Und nicht nur das: Wenn es warm genug ist, rufen Teichfrösche und Kleine Wasserfrösche, die an ihrer Stimme zu unterscheiden sind.

Mit seinen Mitwanderern will Volker Heimel zudem nachsehen, ob im Feuchtgebiet südlich des Ostholzes noch der seltene Wasserfenchel zu finden ist. Nicht zu vergessen die verschiedenen Brombeerarten am Pleckenbrink und im Zweihauser Wäldchen. Sie spielen in der Natur eine wichtige Rolle als Brutplatz und Nahrung. Für „botanophile“ Mitbürger*innen empfiehlt es sich zudem, auf den Löwenzahn zu achten, von dem es inzwischen mehrere Hundert verschiedene Arten gibt.

Und vielleicht klappt ja auch die Sichtung des Wespenbussards, der in den vergangenen Jahren vermutlich ganz in der Nähe brütete. Ein regelmäßiger Überflieger am Pleckenbrink-See ist zudem der Fischadler.

Die Teilnehmenden dürfen sich auf viel Sehenswertes aus der Pflanzen- und Tierwelt – und auf viele fachkundige Informationen von Volker Heimel freuen. Er wird dabei von der Fraktion DIE LINKE+ und ihrem Vorsitzenden, dem Dipl.-Biologen Utz Kowalewski unterstützt. Grund: DIE LINKE+ hat sich den Erhalt dieses Naturschutzgebietes ganz oben auf die Fahnen geschrieben und kämpft seit Jahren gegen die Pläne, quer durch das Ostholz eine breite Umgehungsstraße (OWIIIA) zu bauen.

Treffpunkt:

Samstag, 14. Mai 202, 19 Uhr, Bushaltestelle Baedeker Straße in Dortmund-Wickede (Buslinie 428).  Alle Interessierten – besonders auch Kinder - sind willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist natürlich kostenfrei.