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Gedenken an Drogentote

Christiane Tenbensel beim Drogentotengedenktag

Sie hießen Ronni, Thomas oder Walli. Und sie sind tot. Gestorben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten an den Langzeitfolgen von Drogenkonsum. Alleine im Jahr 2020 sind 401 Menschen in Nordrhein-Westfalen an den Folgen von Drogen gestorben. „Das sind 401 Menschen zu viel“, sagt Fatma Karacakurtoglu, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE+. Sie nahm am Donnerstag, 21. Juli, im Dortmunder Stadtgarten teil am Drogentotengedenktag 2022. Viele weiße Steine mit den Namen der Toten, aber auch weiße Rosen, erinnern dort an die Verstorbenen.

Eingeladen zu dieser Gedenkfeier hatte die Drogenberatung DROBS im Sozialen Zentrum. Auch mit dabei: Christiane Tenbensel, ebenfalls Mitglied für die Fraktion DIE LINKE+ im Sozial- und Gesundheitsausschuss.

Laut Medien gehört Dortmund nach wie vor zu den europäischen Drogen-Hotspots. Dortmund hat einen traurigen Platz unter den TOP 20 zwischen internationalen Metropolen wie Barcelona, Amsterdam und Paris. Vor allem Kokain kann in überdurchschnittlichen Mengen im Dortmunder Abwasser nachgewiesen werden. „Auf diesen Spitzenplatz sind wir natürlich nicht stolz. Er zeigt deutlich, dass wir uns in Dortmund noch mehr um Suchtprävention und Therapien für die Betroffenen kümmern müssen“, so Fatma Karacakurtoglu. "Ganz wichtig ist unserer Fraktion zudem die  kontrollierte Diamorphinabgabe."  

Leider stehe aber meist der Kampf gegen die Drogendealer und die Drogenhändler im Vordergrund, sagt Christiane Tenbensel. Mindestens eine Milliarde Euro werden jährlich in Deutschland für den Kampf gegen Drogen ausgegeben. 84 Prozent dieser Gelder fließen in die Strafverfolgung. Das führe dann wiederum zu einer Überlastung von Polizei und Gerichten. Ohne nennenswerten Erfolg. Denn laut einer Aussage des Dortmunder Polizeipräsidenten werden 99,9 Prozent der Verfahren eingestellt. „Einen Teil dieses Geldes könnte man doch viel besser für präventive und therapeutische Angebote ausgeben“, meint Christiane Tenbensel.

Ein Antrag der Fraktion DIE LINKE+ ist in dieser Angelegenheit bereits geglückt: Die Fraktion hatte vor knapp acht Monaten im Finanzausschuss erfolgreich beantragt, die Beratungsstelle DROBS um zumindest eine Kraft aufzustocken – auf vier Vollzeitstellen. Zudem steht die LINKE+ weiterhin für die  kontrollierte Ausgabe von Cannabis. Ihr Argument: Mit einer Legalisierung könnte die Qualität der Ware besser kontrolliert und ein oft gefährlicher Verschnitt und damit eine Gesundheitsgefahr für die Konsumenten eingeschränkt werden. Fatma Karacakurtoglu: „Uns geht es einerseits um die Entkriminalisierung von Konsumenten und andererseits um lizensierte Fachabgabestellen für psychotrope Substanzen.“