Abschied von Thomas Quittek  †

Wilhelm Auffahrt
PresseKlima, UmweltPersonalien

Die Fraktion DIE LINKE+ trauert um Thomas Quittek (67). Der engagierte Naturschützer und ehemalige Sprecher des BUND Dortmund hat heute Morgen (22. Mai 2023) für immer seine Augen zugemacht. Wir sind fassungslos und sehr traurig. Nachstehend findet Ihr einen persönlichen Nachruf von Willy Auffahrt, der jahrelang mit Thomas im BUND zusammengearbeitet, aber auch DIE LINKE viele Jahre im Umweltausschuss vertreten hat

Persönlicher Nachruf von Willy Auffahrt 

Ich bin unendlich traurig über das schwere Schicksal was Thomas jetzt final, und viel schneller als gedacht, ereilt hat.  Wir alle müssen froh sein, dass er seinen letzten Weg,  in Ruhe und ohne noch länger und viel zu Leiden, im Kreise seiner Liebsten beschreiten konnte. So war es sein Wunsch.

Ich habe in Thomas einen außerordentlichen Menschen kennen gelernt, wie es nur ganz wenige gibt. Obwohl wir in ein paar politischen Fragen nicht immer einer Meinung waren, konnten wir darüber offen und ehrlich streiten. Thomas war stets und mit jedem bemüht einen für alle Seiten erträglichen Kompromiss in einer für alle verständlichen Sprache zu finden.

Er war ein sehr guter und geduldiger Zuhörer und ging auch auf Argumente ein, statt vorgefertigte Meinungen und Vorurteile zu verbreiten. Er war ein streitbarer, in der Sache harter, aber immer freundlicher und sehr toleranter Mensch, der sich hartnäckig und selbstlos und mit sehr großem Engagement stets für das Wohlergehen von Menschen und Natur eingesetzt hat. Mit großer Ruhe und Besonnenheit, viel, viel Geduld  und riesigem Fachwissen. So konnte er auch viele seiner Gegner in der Politik beeindrucken und auch manchen Erfolg im Sinne von Humanität und Naturerhalt erringen.

Ich kenne niemanden in Dortmund, der ihm diesbezüglich das Wasser reichen könnte.

Auch ich konnte sehr viel von ihm lernen und er ist so für mich zu einem Vorbild geworden.

So hat sich Thomas auch über Parteigrenzen hinweg großen Respekt verdient.

Gedankt wurde es ihm viel zu wenig.

Dortmund verliert mit Thomas einen seiner besten Bürger, die die Stadt je hervorgebracht hat. Es wird sehr schwer werden, sein begonnenes Werk fortzusetzen um zumindest einige wenige Teile seines Lebenswerkes, noch zu einem positiven Ende zu führen. Auch wenn er es dann leider nicht mehr erleben darf.

Das sind wir ihm, gemeinsam mit vielen anderen Akteuren, schuldig.

Wie leider viel zu oft im politischen Raum ist dabei Privates zu kurz gekommen, was ich sehr bedauere.

Ich kenne auch keinen einzigen Menschen aus seinem oder meinem Umkreis, der je mit ihm zu tun hatte, der nicht den allergrößten Respekt vor ihm hat.  Selbst unter Widersachern in Politik und Verwaltung wird er zumindest geachtet.

Er war kritischer Vordenker aber auch Realist zugleich. Er konnte Zusammenhänge super auf den Punkt bringen, war ein äußerst vorausschauender und optimistischer Mensch mit positiven Idealen ohne Vorurteile und Starallüren. Einer, der sein Privatleben, allzuoft hinter sein, heute sicherlich notwendiges Wirken, selbstlos zurückgestellt hat.

Als ehemaliger Linker hatte ich in ein paar Sachen manchmal eine etwas andere Sicht auf die globalen Dinge. Die Zusammenarbeit mit ihm war trotzdem immer angenehm, weil die Gemeinsamkeiten das Verbindende waren und nicht das Trennende, was in der Politik leider oft sogar zu tiefen irrationalen Feindschaften führt.

Mit Thomas zu streiten war immer ein lehrreiches Vergnügen, weil er auch über ein sehr hohes Maß an Sachkunde verfügte, die er sich in den vielen Jahren seiner aufopferungsvollen Arbeit mühevoll erarbeitet hat. Nicht nur unserer Bürgerinitiative, der BISUF, hat er viel, ja sogar sehr viel geholfen und mit Rat und Tat beigestanden. Auch andere Bürgerinitiativen in Dortmund haben von seinem unermüdlichen Wirken sicherlich profitiert. Und ohne Thomas sähe in Dortmund auch auf der Planungsebene bestimmt vieles viel schlechter aus.

So manchen Strich hat er den städtischen Planern durch ihre oft falschen Rechnungen gemacht.

Ihr könnt aus meinen Worten entnehmen, dass ich im guten Sinne ein Fan von ihm war und bleibe und hoffe einen kleinen Teil seiner Lebenswünsche noch fortführen zu können. Das sind wir ihm, alle gemeinsam, einfach schuldig.

Ich wünsche seiner ganzen Familie viel Kraft bei der Bewältigung dieses Schicksalsschlages.

Zur Situation passt, so glaube ich, sehr gut ein Lied von Reinhard Mey, den ich sehr schätze und welches mir aus dem Herzen spricht.

Lass nun ruhig los das Ruder.

https://m.youtube.com/watch?v=Jus6JxYMHD8 

Ich trauere tief um ihn und vermisse ihn schon jetzt, auch als Freund und Mitstreiter.

Machs gut Thomas!