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Michael Badura

Jagdmesse: DIE LINKE+ verurteilt weiterhin Angebot  von „Trophäenjagden“

Wieder steht in Dortmund die umstrittene Messe „Jagd & Hund“ vor der Tür. (Start: 24. Januar 2022). Und wie immer sträuben sich dann bei der Fraktion DIE LINKE+ alle Nackenhaare. „Denn auch in diesem Jahr findet damit wieder der Verkauf dieser abartigen Trophäenjagden statt“, kritisiert erneut Michael Badura, stellv. Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE+ im Rat der Stadt Dortmund und Mitglied der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei).

Wer sich durchs Internet klickt, findet im Zuge des Messeangebots schnell Fotos von Jägern, die sich vor der Kamera mit stolz geschwellter Brust mit erlegten toten Tieren zeigen. „Und damit es allen klar ist. Wir reden hier nicht von der geregelten Jagd auf Wildschweine.  Wir reden von Elefantenbullen, deren Bestand gefährdet ist. Oder von Nashörnern, die ebenfalls vom Aussterben bedroht sind. Wir reden hier vom Töten aus Spaß. Vom Töten fürs Ego. Vom Töten für viel Geld“, sagt Badura.

Seit Jahren versucht die Fraktion DIE LINKE+, ebenso wie die Grünen, dieses Messeangebot zu stoppen. Und seit Jahren kontert die Westfalenhalle, dass an allen Messeständen nur legale und keine gesetzwidrigen Angebote verkauft würden. „Auf die Gesetze in Afrika habe ich keinen Einfluss“, sagt Badura. „In Deutschland ist die Tötung von Tieren alleine wegen ihrer Trophäen weder mit dem Deutschen Tierschutzgesetz noch mit dem im Grundgesetz geforderten Schutz der Tiere vereinbar. Und nur das zählt. Das ist nicht nur Gesetz, das ist auch eine Frage von Moral und Ethik.“

Doch mit der Ethik ist das in Dortmund so eine Sache. Wegen der ständigen Kritik an der Jagdmesse hat sich die Verwaltungsspitze in Dortmund vor mittlerweile einem Jahr (!) darauf eingelassen, zumindest eine Ethikkommission einzuberufen. Nicht nur Politiker, sondern vor allem Fachleute sollen sich dort mit Fragen wie Trophäenjagden auseinander setzen. „Wir haben im Sommer 2022 unsere Vertreterin benannt. Und wir wissen, dass etwa die CDU ihren Kandidaten sogar noch früher ernannt hat. Passiert ist seitdem nichts“, kritisiert Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE+.

Angeblich soll die Besetzung der Ethikkommission im Laufe des Frühjahrs auf die Tagesordnung des Rates gesetzt werden. „Selbstverständlich nach Ende der Jagdmesse“, sagt Michael Badura spöttisch. Für ihn ist die Ethikkommission ohnehin nur ein dürrer Kompromiss, nachdem die Mehrheit der Politiker im Stadtrat es im vergangenen Jahr abgelehnt hatte, ihrer städtischen Tochter, der Messe Dortmund GmbH, als Messeveranstalter in den Westfalenhallen das Anpreisen, Anbieten und die Vermarktung von Trophäen-Jagdreisen zu untersagen.